Die Geschichte unserer Pfarrgemeinde

Bereits vor 1500 dürfte erstmalig in Bösel eine Kapelle errichtet worden sein. Der erste Gottesdienst wird nachweislich im Jahre 1613 erwähnt. In den Wirren des 30-jährigen Krieges hat die Kapelle, die dem Hl. Martin geweiht war, arg gelitten. Das ist zumindest einem Bericht von Pfarrer Hanschen aus Altenoythe aus dem Jahre 1669 zu entnehmen. Durch den Krieg war sie zu einer Ruine verwahrlost. Der damalige Fürstbischof von Münster, Christoph Bernhard von Galen, stellte einen Geldbetrag für die Renovierung bereit.

Im Jahre 1798/99 musste die Kapelle umgebaut werden, die alte war zu klein geworden. Von nun an wurde regelmäßig an allen Sonn- und Feiertagen die Eucharistie gefeiert.

13 Jahre später wurde sogar der erste Kaplan Bernhard Crone aus Münster in Bösel ansässig; bis dahin waren alle Geistlichen bei der Mutterpfarre in Altenoythe wohnhaft.

Die Kapelle musste im Jahre 1833/35 einem neuen, großen Gotteshaus weichen. Noch heute bildet dieser Bau einen Teil unserer Kirche. Die Großherzogin Cäcilia von Oldenburg schenkte der Kirche ein neues Altarbild. Daher wurde die Hl. Cäcilia Patronin dieser Kirche.

Die Abtrennung der Kapellengemeinde Bösel von der Mutterpfarre Altenoythe erfolgte am 1.1.1874. Von nun an war sie eine selbstständige Kirchengemeinde.

1922 war der Kirchenbau erneut zu klein geworden. Pfarrer Sommer begann am Nikolaustag mit dem Erweiterungsbau der bis dahin einschiffigen Kirche zu einer neubarocken Kreuzkirche. Durch starke Mithilfe und großzügige Spenden erhielt Bösel eine Kirche von bedeutendem Ausmaß, mit dekorativer Malerei und üppigem Hochaltar. Die opferfreudige Böseler Bevölkerung konnte stolz sein auf eine der schönsten Kirchen im Oldenburger Land.

Pfarrer Sommer ist durch seine mutige antinationalsozialistische Haltung in die Geschichte Südoldenburgs eingegangen.

Der Weltkrieg forderte seinen Tribut: 1942 mussten die Glocken zur Einschmelzung an die Wehrmacht geliefert werden. Beim Durchzug der Alliierten wurde im April 1945 die Straßenkreuzung gesprengt, wobei ein Teil der Kirche (Fenster und Dachziegel) zu Bruch ging. Aber auch hier - wie bei der Anschaffung neuer Glocken im März 1949 - zeigte sich erneut die starke Mithilfe und Spendenfreudigkeit der Böseler.

Pfarrer Nehe, Nachfolger des 1954 verstorbenen Pfarrer Sommers, musste 1960 den Umbau einleiten, wobei das Längsschiff jeweils um 4 m verbreitert wurde. Die Kirche war erneut zu klein geworden. Nach dem Tode von Pfarrer Nehe im Jahre 1964 übernahm Pfarrer Karnbrock aus Löningen die Gemeinde.

In den folgenden Jahren war eine rege Bautätigkeit in der Kirchengemeinde zu verzeichnen: Kindergarten mit Anbauten und Spielflächen (1967/68), Friedhofskapelle (1971), Anstrich der Kirche (1972), Pfarrhaus (1973), elektrische Orgel als "Übergangslösung" (1975). Unter Pfarrer Nehe war die Kirche monotonisiert worden, eine Zeiterscheinung der 50er Jahre. Renovierung und Ausmalung (Freilegung der alten Bilder) sowie der neu renovierte Sandstein-Altar ließen 1988 die Pfarrkirche wieder in alter Pracht erscheinen. Mit der neuen Lobback-Orgel konnte am 1. Oktober 1988 der vorläufig krönende Abschluss der Maßnahmen zur Neugestaltung des Innenraumes der Kirche gefeiert werden.

1989 bat Pfarrer Karnbrock um die Versetzung in den Ruhestand. Die Pfarrstelle wurde im Januar 1990 an Pfarrer Paul Horst aus Wessum/Kreis Ahaus übertragen, der bis dahin Vikar in Visbek war. Die Entwicklung der Gemeinde erforderte in dieser Zeit insbesondere die Erweiterung des Angebotes an Kindergartenplätzen. Die von der Gemeinde Bösel errichteten Kindergärten St. Anna in Bösel und St. Franziskus in Petersdorf wurden der Trägerschaft der Kirchengemeinde anvertraut. Weiter wurde der Kirchplatz insgesamt (einschl. früherem Friedhofsgelände) vollständig neu gestaltet und das Pfarrhaus um ein zeitgemäßes Pfarrbüro und ein Dienstzimmer für die neue Pastoralreferentin erweitert. Im Oktober 2004 wurde Pfarrer Horst nach Garrel versetzt.

Als neuer Pfarrer von St. Cäcilia wurde Pfarrer Norbert Bleker aus Kroge-Ehrendorf im November 2004 eingeführt. Weitere pastorale Mitarbeiter/-innen sind Pater Thomas Devasia, Diakon Clemens Themann, Diakon Helmut Tegeler und Pastoralreferentin Ursula Klüsener.

Die Geschichte der bisherigen Kapellengemeinde Petersdorf:

Im überwiegend katholischen Ortsteil Petersdorf wurde erstmals schon nach dem ersten Weltkrieg der Wunsch laut, eine eigene Kapelle zu bauen. Die Gläubigen hatten zur 6 km entfernt gelegenen Kirche St. Cäcilia in Bösel häufig einen mühsamen Weg zurückzulegen. Aufgrund der späteren schwierigen wirtschaftlichen und dann politischen Lage war bis zur Beendigung des verheerenden zweiten Weltkrieges 1945 an einen Kirchenneubau nicht zu denken.
Bereits im Frühjahr 1948 wurde in einer Versammlung in der Volksschule ein Kapellenbauverein gegründet. Auf einem von der Gemeinde Bösel zur Verfügung gestellten Grundstück wurde schon im Juni mit den Bauarbeiten für die neue Kapelle begonnen und die feierliche Grundsteinlegung durch Pfarrer Sommer am 26. Juli 1948 vorgenommen. Mit der Entsendung von Vikar Käter nach Petersdorf und der Einweihung der neuen Kapelle am Feste Christi Himmelfahrt, 18. Mai 1950, stand der eigenständigen Entwicklung des Gemeindelebens im Ortsteil Petersdorf nun nichts mehr im Wege. Vikar Käter konnte die ebenfalls neu errichtete Kaplanei beziehen.
Zu Gemeinde und Kirche gehört auch ein eigener Friedhof. Dieser wurde auf dem vorhandenen Gelände hinter der Kirche angelegt und am 1. Mai 1951 durch Offizial Grafenhorst eingeweiht.
Im den Folgejahren wurde die Kapelle weiter vervollständigt und verschönert: Künstlerisch gestaltete Kirchenfenster, ein Kreuzweg und ein großes Altarkreuz wurden angeschafft und endlich 1961 die eigene Orgel eingeweiht.

Prägenden und segensreichen Einfluss insbesondere auch auf die Krankenbetreuung in Petersdorf und Bösel hatten die im August 1955 in das neu erbaute Jugend- und Schwesternwohnheim eingezogenen

Schwestern von der Göttlichen Vorsehung. Jedoch schon 1972 musste die Station in Petersdorf wieder aufgelöst werden.
Der Pfarrrektoratsbezirk Petersdorf wurde ab dem 15. Mai 1958 um die Siedlung Hülsberg erweitert.
Kaplan Clemens Haskamp folgte Vikar Käter im Dezember 1957 und ab August 1961 ein Neffe des legendären Pastors Sommer aus Bösel, Kaplan Franz Sommer. Unter der Leitung von Kaplan August Thoben, März 1964 bis März 1969, entsteht die neue Friedhofshalle und kann im November 1966 eingeweiht werden. Vom April 1969 bis 1971 war Kaplan Hubert Gnida und vom November 1971 bis Oktober 1987 der Kapuzinerpater Willibrord Thoben als Seelsorger tätig.
Das Pfarrrektorat St. Peter und Paul in Petersdorf wurde mit Wirkung vom 01. Januar 1972 zur Kapellengemeinde St. Peter und Paul in Petersdorf erhoben. Demzufolge hatte Petersdorf künftig einen eigenen Kapellenausschuss, Kirchenprovisor und Pfarrgemeinderat.
Im Mai 1976 konnte die Kirche endlich mit einem Turm und zwei Glocken ausgestattet werden.
Nach dem Weggang von Pater Thoben konnte die Stelle des Seelsorgers nur vom August 1991 bis Januar 1992 wieder besetzt werden. Pater Heinrich Jankowski musste seine Berufung zum Pfarrrektor aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig wieder rückgängig machen. Die Pfarrer von St. Cäcilia in Bösel übernahmen ansonsten jeweils zusätzlich die Aufgaben des Pfarrverwalters.

Zusammenlegung der beiden Kirchengemeinden in 2005:

Insbesondere die Entwicklung der Kirchenbesucherzahlen, der finanziellen Ausstattung der Kirchengemeinden wegen deutlich geringeren Kirchensteueraufkommens und des ständig weniger werdenden Seelsorgepersonals wegen der geringen Anzahl an Priesteramtskandidaten sah sich die Katholische Kirche im Bischöflich Münsterschen Offizialat in Vechta gezwungen, grundlegende Strukturreformen durchzuführen.

So wurden mit Wirkung vom 30. Oktober 2005 die bisherige Kath. Kirchengemeinde St. Cäcilia und die Kapellengemeinde St. Peter und Paul verschmolzen zur neuen kath. Kirchengemeinde St. Cäcilia in Bösel.



St. Cäcilia Bösel:











St. Peter und Paul Petersdorf:





 





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